Auftragsfertigung/Entwurfsentwicklung
Das Planen enthält eine sorgfältige Vorbereitung auf die auszuführende Tätigkeit. Nur dadurch, daß sich der Goldschmied vor der Ausführung gedanklich und seelisch auf das Stück einstellt, ist es möglich das Maximale an Wirkung zu erreichen.
Die Vorbereitungen können folgender Art sein:
Die gemeinsamen Überlegungen mit dem Kunden führen zu einer Idee, die wünschenwerter Weise über das Gewohnte hinausgeht:
Der Idee folgt der Entwurf (die erste Realisation einer Idee). Der Entwurf wird immer wieder mit der Idee verglichen. Spiegelt das Bild schließlich die Idee wider, ist der Entwurf abgeschlossen.
Freie Entwürfe, die reine Kreativität, entspringt der "Leere", dem "fließen lassen". Der Goldschmied beginnt dabei einfach mit dem Entwurf, der sich zunächst vor seinem geistigen Auge allmählich entwickelt. Lediglich die Schmuckform ist vielleicht bekannt, z.B. ein Ring (selbst das muß nicht sein). Gedanken an schon Vorhandenes werden ausgeblendet. Allenfalls beeinflußt durch die momentane Gefühlslage und unbewußte Eindrücke entsteht nach vielleicht sogar mehreren Entwürfen ein Bild, das sozusagen aus der Seele des Goldschmieds heraus entwickelt hat.
Die Ausführung des Entwurfs hängt wesentlich mit dem Material und den verwendeten Werkzeugen zusammen.
Der Goldschmied kann die Edelmetallegierung selber herstellen. Dabei geht es vor allem um die Themen Farbe, Härte und Spannkraft. Allerdings kann ein geübter Goldschmied auch reine Edelmetalle, also Feingold und Feinplatin verarbeiten. Diese Metalle präsentieren sich dann in ihrem unverfälschten Wert und haben unter Umständen einen hohen ideelen Wert.
Das Werkzeug ist die verlängerte Hand des Goldschmieds und führt nach vielen Jahren des Übens zu einem automatischen, gleitenden zu den gewünschten Ergebnissen.
Die Arbeit am Material selbst wird durch Übung, Routine und durch wiederholte Vorstellung der vorher gemachten Gedanken bestimmt. Darauf muß die Konzentration gerichtet sein, damit das Endergebnis paßt. Hilfreich sind technische Zeichnungen, Abformungen und Detailzeichnungen. Nicht zu unterschätzen ist die Dauer des "Finierens", die Abschlußarbeiten an dem Stück, die ihm das Aussehen verleihen, das dem Entwurf und der Idee entspricht. Dazu gehören das Polieren, oft in vielen Abstufungen nötig (hochlegierte Legierungen und Feinmetalle sind besonders aufwendig) und auch das Mattieren in vielfältiger Art und Weise. Liegt das endgültige Schmuckstück vor dem Kunsthandwerker und er kann sagen "Das ist das, was ich erreichen wollte", gibt er es an den Kunden weiter. Je detaillierter die Vorbereitungen waren, desto eher wird der Auftraggeber das Stück mit Sonnenschein in seinem Herzen empfangen.
|